Die kurze Antwort
Bewahre einen Scan auf, an dem du nichts änderst. Ein Scan ist die digitale Kopie des Papierfotos. Repariere zuerst kleine Schäden. Vergleiche jedes KI-Ergebnis mit dem Scan. Ein klareres Gesicht sollte noch dieselbe Person zeigen.
KI kann fehlende Stellen neu ausfüllen. Sie kann nicht beweisen, wie ein unscharfes Gesicht, Abzeichen oder Wort wirklich aussah. Sage, was du repariert und was du neu ergänzt hast.
In diesem Beitrag
Das ist wichtig
- Speichere den Scan vor der Retusche.
- Prüfe Gesichter und Schrift nach jeder starken Änderung.
- Verstehe ergänzte Farbe als Interpretation.
1. Mit der besten vorhandenen Vorlage beginnen
Nutze den Originalscan oder die Kameradatei. Kleine Messenger-Bilder haben oft Details verloren. Hast du das Papierfoto noch? Probiere einen schärferen Scan. Vermeide Spiegelungen, wenn du es abfotografierst.
Bewahre eine unveränderte Datei und eine separate Photoshop-Arbeitsdatei auf. Nenne die erste Ebene „Originalscan“. Ebenen sind wie Bilder, die übereinanderliegen. Notiere vorab die Schäden: Staub, Knick, verblasste Stellen oder eine fehlende Ecke. Halte auch fest, was geschützt werden muss, etwa ein besonderes Lächeln.
2. Staub und kleine Flecken zuerst reparieren
Lege über dem Scan eine leere Ebene an. Wähle den Bereichsreparatur-Pinsel und aktiviere „Alle Ebenen aufnehmen“ (Sample All Layers). Stelle den Pinsel etwas größer als den Staubfleck ein und arbeite mit kleinen Klicks. Prüfe jede Reparatur, bevor du weitermachst.
Ein Kratzer auf einer schlichten Wand ist leichter zu reparieren als einer über einem Auge. Stoppe an wichtigen Kanten, wenn fremde Strukturen in die Reparatur geraten. Übermale nicht das ganze Gesicht, um einen schmalen Knick zu entfernen.
Mehr dazu: Adobe: Kleine Flecken auf einer getrennten Ebene entfernen
3. Die KI-Restaurierung getrennt ausprobieren
Öffne „Filter > Neural Filters“ und suche nach „Fotowiederherstellung“ (Photo Restoration). Adobe führt den Filter als Beta-Version. Das heißt: Er wird noch entwickelt. Er kann je nach Version anders arbeiten. Nutze die vorhandenen Regler vorsichtig und wähle eine getrennte Ausgabe, zum Beispiel „Neue Ebene“.
Vergleiche Vorher und Nachher in derselben Größe. Behalte kein Ergebnis mit anderen Zähnen, verändertem Blick oder neuem Haaransatz. Einen Kratzer auf einer Jacke zu entfernen, ist hilfreich. Ein unlesbares Abzeichen durch scharfe, erfundene Buchstaben zu ersetzen, ist es nicht.
Mehr dazu: Adobe: Fotowiederherstellung in der Filterübersicht · Adobe: Neural Filters anwenden und die Ausgabe wählen
4. Glaubwürdige und belegte Details unterscheiden
Prüfe Augen, Mund, Finger, Schmuck und Schrift. Zeigt das Original zu wenig, lasse die Stelle weicher. Oder sage klar, dass du sie neu ergänzt hast. Ein anderes Familienfoto kann helfen, die Ähnlichkeit zu beurteilen. Es beweist aber nicht jedes verdeckte Detail dieser Aufnahme.
Der Filter „Färben“ (Colorize) kann einem Schwarz-Weiß-Foto Farbe geben. Adobe weist darauf hin, dass die geschätzten Farben falsch sein können. Behalte auch eine restaurierte Schwarz-Weiß-Fassung. Kennzeichne die kolorierte Version, statt geschätzte Kleidungs- oder Hautfarben als historische Tatsache darzustellen.
Mehr dazu: Adobe: Grenzen der Neural Filters und des Einfärbens
5. Ein brauchbares und nachvollziehbares Ergebnis speichern
Behalte den Originalscan, deine Datei mit Ebenen und eine Kopie zum Teilen. Ergänze eine kurze Notiz zu größeren Änderungen. So kann ein Familienmitglied beurteilen, ob ein Gesicht noch stimmt, ohne dass das Ausgangsbild verloren geht.
Prüfe die gespeicherte Ausgabedatei und nicht nur die Photoshop-Vorschau. Für einen größeren Druck schließt du zuerst die Restaurierung ab. Beurteile danach die Vergrößerung in der geplanten Druckgröße. Mehr Pixel machen die Datei größer, können aber auch erfundene Details deutlicher zeigen.
Quellen und weitere Informationen
Funktionen können sich ändern. Prüfe die verlinkten Informationen für deine Version und deinen Dienst. Einige Quellen sind auf Englisch.
